Kilowattstunden (kWh) sagen dir, wie viel Energie in den Akku passt. Watt sagen dir, wie viel Leistung er in einem Moment abgeben kann. Wie lange der Akku reicht, rechnest du so aus: nutzbare Energie geteilt durch die Leistung deiner Geräte – solange der Speicher diese Leistung überhaupt liefern kann.
In Produktbeschreibungen stehen kWh, W, VA und Wp oft direkt nebeneinander. Wer die Werte durcheinanderbringt, erwartet schnell zu viel von einem Speicher. Ein großer Akku mit schwachem Ausgang kann zum Beispiel nicht deinen ganzen Haushalt versorgen.
Vier Einheiten, vier Bedeutungen
Watt (W) ist die Leistung in diesem Moment, etwa die eines gerade laufenden Föhns.
Kilowattstunden (kWh) sind eine Energiemenge. Ein Kilowatt eine Stunde lang ergibt eine Kilowattstunde. Das ist auch die Einheit auf deiner Stromrechnung.
Wattpeak (Wp) ist die Nennleistung von Solarmodulen unter genormten Testbedingungen. Im Alltag erreichen die Module diesen Wert selten.
Voltampere (VA) beschreibt die sogenannte Scheinleistung. Sie spielt zum Beispiel bei der gesetzlichen Leistungsgrenze für Wechselrichter eine Rolle.
Leistung und Energie sind also zwei verschiedene Dinge. Dein Stromzähler zählt Energie, die Live-Anzeige in der App zeigt meist Leistung. Die Home-Assistant-FAQ erklärt den Unterschied ausführlich, weil man sonst schon beim Einrichten die falschen Sensoren wählt.
Lange Laufzeit, aber wenig Leistung
Nehmen wir an, dein Akku liefert 1,6 kWh nutzbare Energie. Bei gleichmäßigen 200 Watt reicht das acht Stunden, bei 800 Watt zwei Stunden. Einen Wasserkocher mit 2.000 Watt kann derselbe Akku aber nur teilweise versorgen, wenn er höchstens 800 Watt abgeben darf.
Im normalen Betrieb ist das kein Problem: Die fehlenden 1.200 Watt kommen einfach aus dem Netz. Anders bei einem Stromausfall. Dann zählt nur die Leistung der Notstromsteckdose am Speicher, und bei Überlastung schaltet das Gerät ab. Die Werte für den Netzbetrieb und den Notstromausgang können sich unterscheiden – verwechsle sie nicht.
Nennkapazität, nutzbare Kapazität, gelieferte Energie
Die Nennkapazität ist der Wert, den der Hersteller groß auf den Karton schreibt. Die nutzbare Kapazität berücksichtigt, dass der Akku zum Schutz nie ganz voll oder ganz leer gefahren wird. Wie viel Energie am Ende bei deinen Geräten ankommt, hängt zusätzlich von Umwandlungsverlusten, deinem Verbrauch und der Temperatur ab. Eine eingestellte Notstromreserve verringert die frei verfügbare Menge weiter.
Ein Rechenbeispiel: 2 kWh Nennkapazität × 90 Prozent nutzbar × 90 Prozent Entladewirkungsgrad = 1,62 kWh. Bei 180 Watt Verbrauch reicht das neun Stunden. Die Prozentwerte sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine Daten eines bestimmten Geräts.
Diese Angaben solltest du vergleichen
| Angabe | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Kapazität – und wie sie definiert ist | Damit du die Reserve nicht doppelt abziehst |
| Dauerhafte Ausgangsleistung | Zeigt, welche Geräte der Akku gleichzeitig versorgen kann |
| Solar-Ladeleistung | Bestimmt, wie schnell der Akku Überschuss aufnimmt |
| Eigenverbrauch und Effizienz bei kleiner Last | Wichtig für die typische Nachtlast von 100 bis 200 Watt |
| Reserve und Betriebsgrenzen | Zeigen, wie viel Energie im Alltag wirklich frei ist |
Eine hohe Ladeleistung im Datenblatt bringt dir wenig, wenn deine Module sie selten liefern. Mit 200 Watt Überschuss braucht ein 2-kWh-Akku rechnerisch zehn Stunden, bis er voll ist – Ladeverluste noch nicht eingerechnet. Ein einzelner sonniger Mittag reicht dafür nicht.
Was die Prozentanzeige nicht verrät
Der Ladezustand in der App, oft SoC genannt (State of Charge), ist eine Schätzung des Speichers. Bei einem älteren Akku entsprechen 50 Prozent nicht unbedingt der Hälfte der ursprünglichen Kapazität. Bei mehreren verbundenen Akkus können die einzelnen Anzeigen auch auseinanderlaufen. Wenn du unsicher bist, schau dir lieber an, wie viel Energie über einen ganzen Lade- und Entladezyklus tatsächlich geflossen ist.
Für die passende Speichergröße brauchst du am Ende drei Antworten: Wie viel Energie brauchst du nach Sonnenuntergang? Mit welcher Leistung? Und wie viel kannst du vorher tatsächlich laden?
Häufige Fragen
Wie lange reichen 2 kWh bei 200 Watt Verbrauch?
Rein rechnerisch zehn Stunden. In der Praxis etwas weniger, weil der Akku nicht ganz leer gefahren wird und beim Entladen Verluste entstehen. Mit acht bis neun Stunden liegst du realistischer.
Sind 800 Watt dasselbe wie 800 Wattstunden?
Nein. Watt ist die Leistung in einem Moment, Wattstunden sind die Energie über eine Zeit. 800 Watt eine Stunde lang ergeben 800 Wh, 800 Watt eine halbe Stunde lang nur 400 Wh.
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Quellen und Hinweise
Stand der Quellen: 13. Oktober 2026. Die Rechenbeispiele beruhen auf Annahmen; eigene Produkttests haben wir nicht gemacht. Herstellerangaben gelten jeweils nur für das dort beschriebene Modell.
- Home Assistant: Energy-FAQ und SensoranforderungenProjektdokumentation
- Anker SOLIX: Solarbank 2 E1600 Plus User GuideHerstellerdokumentation
- HTW Berlin: Dokumentation des Stecker-Solar-SimulatorsForschung & Simulation