Schau dir den ganzen Weg an: vom Strom, der in den Speicher fließt, bis zu dem, was bei deinen Geräten ankommt. Unterwegs geht beim Umwandeln, in der Elektronik und im Standby Energie verloren. Achte aber darauf, Verluste nicht doppelt abzuziehen, wenn sie in einer Angabe schon enthalten sind.
Dein Akku lädt 2 kWh und gibt später weniger zurück. Das ist kein Defekt, sondern Physik. Bei jedem Speichern geht Energie verloren, und auch die Elektronik braucht Strom. Bei kleinen Solaranlagen fallen selbst ein paar Watt Dauerverbrauch spürbar ins Gewicht.
Leg zuerst fest, wo du misst
Misst du auf der Gleichstromseite an den Modulen, am Ladeeingang oder am Ausgang des Akkus? Ohne diese Angabe sagt „Wirkungsgrad“ wenig. Der Wirkungsgrad der Batterie beschreibt nicht den Wechselrichter. Und der beste Wirkungsgrad des Wechselrichters beschreibt nicht den gesamten Lade- und Entladezyklus.
Die HTW-Speicherforschung unterscheidet diese Anteile bei größeren Heimspeichern. Das Prinzip gilt auch für Balkonspeicher, die Messwerte lassen sich aber nicht einfach übertragen.
Lade- und Entladeverluste multiplizieren
Ein Beispiel: 92 Prozent beim Laden und 90 Prozent beim Entladen ergeben zusammen 82,8 Prozent (0,92 × 0,90). Von 300 kWh, die du in den Akku lädst, kommen unter diesen Annahmen 248,4 kWh wieder heraus. Weiteren Eigenverbrauch rechnest du nur dazu, wenn er in diesen Werten nicht schon steckt.
Die beiden Verluste einfach als Prozentpunkte zusammenzuzählen (8 + 10 = 18 Prozent) ist ungenau. Besser ist es, den Weg der Energie Schritt für Schritt durchzurechnen. Am besten misst du, was über einen längeren Zeitraum hinein- und wieder herausfließt.
Was ein paar Watt im Jahr bedeuten
Die Formel ist einfach: Watt × Stunden ÷ 1.000 = kWh. 5 Watt × 8.760 Stunden = 43,8 kWh im Jahr. Bei 0,30 €/kWh sind das 13,14 Euro – vorausgesetzt, dieser Strom kommt komplett zusätzlich aus dem Netz. Das ist ein Rechenbeispiel, nicht der Standby-Wert eines bestimmten Geräts.
Im echten Betrieb ändert sich der Eigenverbrauch je nach Schlafmodus, Betrieb, Temperatur und eingeschalteten Funktionen. Außerdem kommt er zeitweise aus Solarstrom oder aus dem Akku selbst. Für die Rechnung zählt dann, was mit diesem Strom sonst passiert wäre.
Warum kleine Nachtlasten knifflig sind
Ein System mit hohem Spitzenwirkungsgrad arbeitet bei kleiner Leistung oft deutlich schlechter. Die festen Verluste der Elektronik fallen dann stärker ins Gewicht. Ein großer, leistungsstarker Wechselrichter ist deshalb keine gute Wahl, wenn nachts nur Kühlschrank und Router laufen.
| Angabe | Was sie dir nicht verrät |
|---|---|
| Wirkungsgrad der Batterie | Wie effizient das ganze System ist |
| Bester Wirkungsgrad des Wechselrichters | Wie effizient er bei 100 Watt Nachtlast ist |
| Standby laut Datenblatt | Den Verbrauch bei jeder Temperatur und in jedem Modus |
| Entladung in der App | Wie viel Netzstrom du wirklich gespart hast |
So misst du sinnvoll
Vergleiche einen Zeitraum, in dem der Akku am Anfang und am Ende ungefähr gleich voll ist. Ist er am Ende deutlich voller, ist die Differenz zwischen Laden und Entladen nicht nur Verlust, sondern auch gespeicherte Energie. Wechselt die Temperatur stark oder änderst du die Reserve, wird die Rechnung zusätzlich schwieriger.
Nutz nur geeignete Messgeräte und die vorgesehenen Datenzugänge. Ein normaler Messstecker am Ausgang eines einspeisenden Geräts kann falsche oder unvollständige Werte liefern. Wenn du Home Assistant nutzt, prüf auch dort Energiezähler, Rücksetzungen und Messpunkte.
So vermeidest du doppelte Abzüge
Zeigt dir eine Simulation bereits den eingesparten Netzstrom inklusive aller Verluste, zieh nicht noch einmal pauschal 15 Prozent ab. Rechnest du dagegen mit der Energie, die in den Akku geladen wird, fehlen die Verluste danach noch. Schreib dir bei jeder Rechnung dazu, mit welcher Größe du rechnest. Eine einfache Tabelle mit klaren Angaben ist zuverlässiger als eine aufwendige Rechnung mit unklaren Zahlen.
Häufige Fragen
Sind 95 Prozent Batteriewirkungsgrad dasselbe wie 95 Prozent für das ganze System?
Nein. Der Batteriewirkungsgrad betrifft nur den Akku. Dazu kommen Verluste im Wechselrichter, in der Elektronik und im Standby. Das ganze System erreicht deshalb weniger.
Wie viel Strom verbraucht ein Gerät mit dauerhaft 5 Watt im Jahr?
Rund 43,8 kWh, wenn es das ganze Jahr ununterbrochen 5 Watt zieht. Bei 0,30 €/kWh sind das gut 13 Euro. Echte Geräte verbrauchen je nach Betriebszustand mal mehr, mal weniger.
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Quellen und Hinweise
Stand der Quellen: 13. Oktober 2026. Die Rechenbeispiele beruhen auf Annahmen; eigene Produkttests haben wir nicht gemacht. Herstellerangaben gelten jeweils nur für das dort beschriebene Modell.
- HTW Berlin: Stromspeicher-Inspektion 2026 (Heimspeicher, nicht Balkonspeichertest)Forschung
- HTW Berlin: Dokumentation des Stecker-Solar-SimulatorsForschung & Simulation
- Home Assistant: Energy-FAQ und SensoranforderungenProjektdokumentation