OpenDTU verbindet dich direkt mit unterstützten Wechselrichtern, etwa von Hoymiles, und zeigt dir deren Daten ohne Hersteller-Cloud. OpenDTU-OnBattery baut darauf auf und kann zusätzlich einen Akku einbinden und die Leistung des Wechselrichters an deinen Verbrauch anpassen – sofern deine Geräte unterstützt werden.
Wer sich mit offener Steuerung für Balkonkraftwerke beschäftigt, stößt schnell auf OpenDTU. Dabei werden zwei Projekte gern verwechselt: das ursprüngliche OpenDTU und die Erweiterung OpenDTU-OnBattery. Sie sind verwandt, lösen aber unterschiedliche Aufgaben. Wenn du den Unterschied kennst, weißt du auch schneller, was du eigentlich brauchst.
Was eine DTU überhaupt macht
DTU steht für Data Transfer Unit. Das Gerät spricht per Funk mit einem unterstützten Wechselrichter und liest Daten aus oder schickt Befehle. Dazu gehören Erzeugungswerte, Meldungen und Leistungsgrenzen. Mit einer offenen DTU wie OpenDTU siehst du diese Daten ohne den Umweg über die Cloud des Herstellers.
Was die DTU nicht kann: den Verbrauch deines ganzen Haushalts messen. Dafür brauchst du zusätzlich einen passenden Sensor, zum Beispiel am Stromzähler. Die Daten des Wechselrichters zeigen dir nur, was erzeugt wird – nicht, was ins Netz fließt.
Was OnBattery dazu bringt
Laut Dokumentation von OpenDTU-OnBattery kommen unter anderem ein „Dynamic Power Limiter“ dazu, Anbindungen an Stromzähler, an unterstützte Batteriesysteme und an bestimmte Ladegeräte. Das Projekt baut auf OpenDTU auf und erweitert es um alles, was du für eine abgestimmte Versorgung mit Akku brauchst.
Das heißt aber nicht, dass du jeden fertigen Balkonspeicher anschließen kannst. Eine geschlossene Speicherbox gibt ihre Akkudaten oder Steuerbefehle oft gar nicht nach außen frei. Und eine funktionierende Funkverbindung zum Wechselrichter ist nur ein Teil der ganzen Regelkette.
So funktioniert der Dynamic Power Limiter
Der Regler bekommt Messwerte aus deinem Haushalt und passt die Leistung des Wechselrichters innerhalb der erlaubten Grenzen an. Ohne Akku kann er die Erzeugung drosseln, aber keinen Strom für den Abend aufheben. Mit einem passenden Akku kann er zusätzlich gespeicherte Energie abgeben. Wie genau das abläuft, hängt von deiner Hardware und der Version des Projekts ab.
Ein Beispiel: Dein Haushalt braucht gerade 250 Watt, und im Akku ist genug Energie. Dann stellt der Regler ungefähr 250 Watt ein. Schaltet sich ein Gerät ab, muss er nachregeln. Dafür braucht er aktuelle Messwerte und eine stabile Verbindung zum Wechselrichter. Fällt eins von beiden aus, passt der zuletzt eingestellte Wert womöglich nicht mehr.
Das sollte vor dem Start klar sein
| Bereich | Was du wissen solltest |
|---|---|
| Wechselrichter | Genaues Modell und unterstützte Funkvariante |
| Messung | Ein passender Sensor, der über alle Phasen saldiert |
| Kommunikation | Stabile Verbindung und regelmäßig neue Messwerte |
| Akku | Unterstützter Aufbau mit eigenen Schutzfunktionen |
| Betrieb | Ein sicheres Verhalten, wenn etwas ausfällt |
Die Dokumentation weist außerdem darauf hin, dass ein Wechselrichter nicht gleichzeitig von mehreren DTUs angesprochen werden sollte. Eine noch aktive Hersteller-DTU und eine neue OpenDTU können sich sonst gegenseitig stören. Prüf das, bevor du einen Fehler in der Regelung suchst.
Was das Projekt nicht für dich erledigt
Eine offene Firmware ersetzt weder die Prüfung deines Anschlusses noch Zertifikate, die Anmeldung oder den elektrischen Schutz. Und eine Leistungsbegrenzung per Software ist keine rechtliche Lösung, um einen stärkeren Wechselrichter als Balkonkraftwerk zu betreiben. Die Bundesnetzagentur erklärt ausdrücklich, dass die maximal einstellbare Leistung zählt.
Für wen sich OpenDTU-OnBattery eignet
Das Projekt ist spannend, wenn du Spaß an Technik hast, dich um Updates kümmern willst und deine Geräte offiziell unterstützt werden. Wenn du einfach ein fertiges Gerät betreiben möchtest, ohne selbst etwas einzurichten, bist du mit der Regelung eines Herstellers wahrscheinlich besser bedient. Rechne Hardware, Zeit und Pflege mit ein: Open Source heißt nicht, dass es keine Arbeit macht.
Dieser Artikel ist bewusst keine Bauanleitung für Akkus oder Arbeiten am Netzanschluss. Er soll dir zeigen, wo die Grenzen zwischen Daten auslesen, Leistung regeln und elektrischer Sicherheit liegen.
Häufige Fragen
Funktioniert OpenDTU mit jedem Wechselrichter?
Nein. Es kommt auf das genaue Modell und die Funktechnik an. In der Projektdokumentation findest du eine aktuelle Liste der unterstützten Geräte.
Ersetzt OpenDTU-OnBattery ein Batteriemanagement?
Nein. OpenDTU-OnBattery misst und regelt die Leistung. Die Schutzfunktionen des Akkus, etwa gegen Überladung oder Überhitzung, muss weiterhin das Batteriemanagement (BMS) übernehmen.
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Quellen und Hinweise
Stand der Quellen: 13. Oktober 2026. Die Rechenbeispiele beruhen auf Annahmen; eigene Produkttests haben wir nicht gemacht. Herstellerangaben gelten jeweils nur für das dort beschriebene Modell.
- OpenDTU-OnBattery: Dokumentation und Dynamic Power LimiterProjektdokumentation
- Home Assistant: Home energy managementProjektdokumentation
- VDE/DKE: Produktnorm und Abgrenzung für Geräte mit SpeicherNormungsorganisation
- Bundesnetzagentur: Balkon-SolaranlagenBehörde