Fang mit einer sauberen Energiebilanz an: Welcher Sensor misst was, und stimmen die Einheiten? Das Energy-Dashboard zeigt dir, wie der Strom fließt. Um deinen Speicher zu steuern, brauchst du zusätzlich eine passende Integration und eigene Automationen.
Mit Home Assistant kannst du Daten von Geräten verschiedener Hersteller an einem Ort zusammenführen. Das ist praktisch, wenn du Solarertrag, Netzbezug und Speicherladung in einer gemeinsamen Übersicht sehen möchtest. Aus jeder Hersteller-App wird dadurch aber noch keine offene Steuerung. Fang deshalb mit dem Beobachten an, bevor du automatisch Befehle an deine Geräte schickst.
Mach dir zuerst einen Plan der Messpunkte
Zeichne auf, wo jeder Sensor misst: am Ausgang der Solaranlage, am Netzanschluss, beim Laden oder Entladen des Akkus oder an einem einzelnen Gerät. Vorsicht bei Komplettsystemen mit Speicher: Der Wert an ihrem Ausgang enthält oft Solarstrom und Akkustrom zusammen. Trägst du ihn als reine Solarproduktion ein und erfasst den Akku zusätzlich, zählst du doppelt.
Willst du den Netzbezug mit deinem Stromzähler vergleichen, nimm die über alle Phasen verrechnete Summe. Die Rohwerte einzelner Phasen beantworten eine andere Frage. Schreib dir auf, welche Energie in welchem Feld des Dashboards landet.
Watt und Kilowattstunden richtig zuordnen
Die Home-Assistant-Dokumentation unterscheidet Energiequellen und zusätzliche Leistungssensoren. Energie wird in Wh oder kWh gezählt, Leistung in W oder kW. In der FAQ stehen die passenden Attribute: für Energie device_class: energy mit state_class: total oder total_increasing, für die aktuelle Leistung device_class: power mit state_class: measurement.
Der Ladezustand in Prozent ist übrigens keine Energiemenge. Er zeigt, wie voll der Akku gerade ist, aber nicht, wie viel Energie hinein- oder herausgeflossen ist. Dafür brauchst du eigene Zähler für Laden und Entladen oder sauber umgerechnete Leistungswerte. Wie du den Akku richtig einbindest, steht in der Batterie-Dokumentation.
Vier Fehler, die deine Diagramme verfälschen
| Fehler | Folge | So behebst du ihn |
|---|---|---|
| Watt als kWh eingetragen | Völlig falsche Energiemengen | Einheit und Sensortyp prüfen |
| Kombinierten Ausgang doppelt gezählt | Zu hohe Solarproduktion | Messpunkte sauber trennen |
| Bezug und Einspeisung vertauscht | Strom fließt im Diagramm falsch herum | Vorzeichen prüfen und notieren |
| Zurückgesetzte Zähler falsch summiert | Unsinnige Spitzen in der Statistik | Quellen einzeln eintragen |
Die FAQ warnt besonders vor zusammengefassten Zählern, die zu leicht unterschiedlichen Zeiten auf null springen. In diesem kurzen Moment kann eine falsche Summe entstehen, die dann dauerhaft in deiner Statistik steht. Eine saubere Live-Anzeige heißt also noch nicht, dass auch die Langzeitbilanz stimmt.
Wenn dein Gerät nur Leistung liefert
Home Assistant kann aus Leistungswerten Energie berechnen. Wie genau das wird, hängt davon ab, wie oft neue Werte kommen und wie zuverlässig sie sind. Längere Datenlücken solltest du nicht wie echte Messwerte behandeln. Bietet dein Gerät einen eigenen Energiezähler, ist der meist die bessere Grundlage.
Steuerung Schritt für Schritt dazunehmen
Erst wenn die Bilanz stimmt, überlegst du, was du steuern willst. Ein guter Einstieg: eine Benachrichtigung, wenn ein Sensor länger keine Werte liefert. Oder ein Gerät, das bei stabilem Überschuss eingeschaltet wird. Wenn du den Akku selbst steuern willst, braucht deine Automation mehr Prüfungen: Sind die Messwerte gültig und aktuell? Werden Leistungsgrenzen und Reserve eingehalten? Was passiert, wenn etwas ausfällt?
Lass nicht gleichzeitig die Hersteller-App und deine eigene Automation den Speicher steuern. Sonst geben beide unterschiedliche Werte vor. Notiere dir außerdem, ob eine Integration lokal läuft oder die Cloud braucht. Nur weil Home Assistant bei dir zu Hause läuft, arbeitet eine Cloud-Integration nicht plötzlich lokal.
Ein gutes erstes Ziel
Bau dir eine Woche lang eine Bilanz auf, die du verstehst. Vergleiche Netzbezug und Einspeisung mit deinem Stromzähler, soweit der das hergibt. Klär Abweichungen, bevor du weitere Sensoren oder komplizierte Regeln dazunimmst. Dann ist dein Dashboard nicht nur hübsch, sondern hilft dir wirklich, Fehler zu finden.
Häufige Fragen
Steuert das Energy-Dashboard meinen Akku?
Nein. Das Dashboard zeigt nur an. Zum Steuern brauchst du eine Integration, über die sich dein Speicher ansprechen lässt, und Automationen, die du selbst einrichtest.
Warum taucht mein Sensor im Energy-Dashboard nicht auf?
Meist passen Einheit oder Sensorattribute nicht. Für Energie braucht Home Assistant zum Beispiel die Einheit Wh oder kWh, die device_class energy und eine passende state_class. Die Details stehen in der aktuellen Dokumentation.
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Quellen und Hinweise
Stand der Quellen: 13. Oktober 2026. Die Rechenbeispiele beruhen auf Annahmen; eigene Produkttests haben wir nicht gemacht. Herstellerangaben gelten jeweils nur für das dort beschriebene Modell.
- Home Assistant: Home energy managementProjektdokumentation
- Home Assistant: Energy-FAQ und SensoranforderungenProjektdokumentation
- Home Assistant: BatterieintegrationProjektdokumentation
- Shelly: Pro 3EM API – Messwerte und PhasensummeHerstellerdokumentation